„Wenn die Biene verschwindet, hat der Mensch nur noch vier Jahre zu leben.“ (frei nach Albert Einstein)

Faszinierende Welt der Bienen
Bienen gehören zu den wichtigsten Nutztieren überhaupt. Ohne ihre Bestäubungsleistung wäre unsere Landwirtschaft deutlich ärmer und viele Obst- und Gemüsesorten könnten nicht in der gewohnten Vielfalt angebaut werden.
In Deutschland hängen rund 85 % der landwirtschaftlichen Erträge im Pflanzen- und Obstbau direkt von der Bestäubung der Honigbienen ab.


Das Leben im Bienenstock
Ein Bienenvolk besteht aus einer Königin, mehreren hundert Drohnen und bis zu 50.000 Arbeiterinnen. Jede Biene übernimmt im Laufe ihres Lebens unterschiedliche Aufgaben - von der Pflege der Brut über den Wabenbau bis hin zum Sammeln von Nektar und Pollen.
Eine Königin lebt bis zu 5 Jahre. Die männliche Biene (Drohn) lebt zwischen 1 und 4 Monaten, nur zwischen Frühling und Spätsommer. Eine Honigbiene (Arbeiterin) lebt von Frühjahr bis Spätsommer nur 4 bis 6 Wochen. Die Winterbienen (Arbeiterin), welche im Spätsommer schlüpfen, leben 6 bis 8 Monate. Sie überwintern im Bienenvolk.
Bienen schützen heißt Vielfalt erhalten
Der Verlust von Lebensräumen, der Rückgang blühender Pflanzen und veränderte Umweltbedingungen stellen viele Insekten vor große Herausforderungen.
Die Honigbiene und die Wildbiene braucht jeweils intakte und vielfältige Lebensräume.


Natur erleben und verstehen
Die Imkerei ermöglicht einzigartige Einblicke in die Zusammenhänge unserer Umwelt. Wer sich mit Bienen beschäftigt, entdeckt die Vielfalt der Pflanzenwelt und die Bedeutung der Jahreszeiten.
Was können wir tun?
Jeder Garten, Balkon oder öffentliche Grünstreifen kann einen Beitrag leisten. Blühpflanzen, heimische Gehölze und naturnahe Flächen fördern die Artenvielfalt nachhaltig.
Viele unserer heimischen Wildbienenarten nisten im Boden und fliegen daher die klassischen Insektenhotels gar nicht an. Also einfach zusätzlich zu den Insektenhotels eine Ecke im Garten mit Sand und Erde mischen und darüber Totholz und große Steine legen.

Honigbiene
vs.
Wildbiene
Honigbienen und Wildbienen sind keine natürlichen Feinde, sondern teilen sich seit Jahrtausenden erfolgreich denselben Lebensraum. Die Behauptung, dass die Honigbiene eine pauschale Gefahr für Wildbienen darstellt, greift zu kurz, da Nahrungskonkurrenz fast ausschließlich in extrem strukturarmen Landschaften oder bei einer unnatürlich hohen Dichte an Bienenstöcken auftritt.
Moderne und verantwortungsvolle Imkerinnen und Imker sind sich dieser Dynamik bewusst und setzen sich aktiv für den Erhalt von Blühstreifen und vielfältigen Lebensräumen ein, die allen Insekten zugutekommen.
Durch die Kombination aus gezielter imkerlicher Wanderung und der Förderung von Wildbienen-Nistplätzen wird das Ökosystem nicht geschwächt, sondern gestärkt. Nur im harmonischen Zusammenspiel beider Gruppen wird eine lückenlose Bestäubung und der Erhalt unserer Artenvielfalt langfristig gesichert.


